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     Bruno Fey – Baumeister und Bauunternehmer
     
"Fey Siedlung" Kl. Walddorf
 
Der Vorkriegsbezirk Danzig-Walddorf (Olszynka) wird meist als ein Gebiet mit niedriger Bebauung beschrieben, das durch zahlreiche Gärten und Grundstücke geprägt war – eine Landschaft, die bis heute weitgehend erhalten geblieben ist. Weniger bekannt ist jedoch, dass hier das große Bauunternehmen von Bruno Fey seinen Sitz hatte. Es befand sich in Klein Walddorf 1–5, heute Mała Olszynka, ul. Olszyńska 1–5. Das Firmengelände war sehr groß und erstreckte sich über den Bereich der heutigen Straßen Olszyńska und Krótka (damals: Klein Walddorf, An der Mottlaubrücke). Hinzu kommt, dass Bruno Fey auch Eigentümer von Grundstücken war, die sich bis in den Bereich der heutigen ul. Pusta (ehem. Laubenwegstraße) ausdehnten. Nach der Überquerung der „Roten Brücke“ über die Motława (Mottlau) befanden sich auf der linken Seite der Olszyńska-Straße bis zum Umfluter der Mottlau diverse Holzlager, Sägewerksgebäude sowie ein großes Wohnhaus im Besitz von Bruno Fey.



Nach der Überquerung der „Roten Brücke“ über die Motława (Mottlau) befanden sich auf der linken Seite der Olszyńska-Straße bis zum Umfluter der Mottlau diverse Holzlager, Sägewerksgebäude sowie ein großes Wohnhaus im Besitz von Bruno Fey. Das Bauunternehmen wurde um 1872 von Alexander (Alex) Eduard Fey (27.04.1847 – 20.06.1911) gegründet – einem Baumeister, Zimmermann und Maurermeister. 40 Jahre lang leitete Alex Fey eines der renommiertesten Bauunternehmen Danzigs. Nach seinem Tod im Jahr 1911 übernahm sein Sohn Bruno Fey die Leitung. Zu den bedeutenden Bauprojekten des Unternehmens zählen unter anderem: Die Schichau-Werft, Das Hotel Danziger Hof, Das Kurhaus in Brösen, Die Technische Hochschule Danzig. Auch die Zahl der Beschäftigten war bemerkenswert: Bereits 1893 arbeiteten dort 238 Personen. Während des Baus der Schichau-Werft stieg die Zahl auf bis zu 910 Techniker und Arbeiter. Das Büro des Bauunternehmens befand sich in Danzig, Reitbahn Nr. 7, Tel. 28273. Das Bauunternehmen und das Sägewerk in Klein Walddorf waren unter Tel. 28686 erreichbar.



Das Leistungsspektrum umfasste: Wohn- und Mietshausbau, Industrieanlagen, Erd-, Kanal- und Brunnenarbeiten, Betonarbeiten, Einsatz einer Dampframme. Sehr wichtig war auch die firmeneigene Tischlerei, die über eine Dampfsäge und Kreissäge verfügte. Angeboten wurden Bauholz, Balken, Kanthölzer, Stangen, Schalungsbretter in verschiedenen Größen sowie Gerüststangen. Bruno Fey war nicht nur Bauunternehmer, sondern auch als Architekt tätig. 1909 plante er z. B. den Umbau eines Eckgebäudes in der Straße Damm Nr. 1, bei dem Schaufenster neugestaltet und die Gebäudeecke abgeschrägt wurden. Das Gebäude gehörte dem Kaufmann L. Lankoff. Seit 1912 war Bruno Fey Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft zu Danzig. .



Die Fey-Siedlung in Walddorf

Bruno Fey lebte in Walddorf – hier entstand auch sein nächstes bedeutendes Projekt: die sogenannte Fey-Siedlung (auch: Feysche Siedlung). Südlich des Nebenarms der Motllau entstanden zwischen 1933 und 1937 auf Feys Grundstücken in der Nähe der Straßen Olszyńska, Krótka und Pusta insgesamt 19 Häuser. Es handelte sich um eingeschossige Doppelhäuser in Fachwerkbauweise, errichtet auf Betonfundamenten, mit Satteldächern, Holzfensterläden, Dachgauben sowie dekorativen Fachwerk- oder Brettergiebeln. Im Jahr 1932 gründete eine Gruppe lokaler Baumeister gemeinsam mit arbeitslosen Gesellen und Lehrlingen auf Initiative von Baumeister E. F. Georg Meyer die sogenannte Arbeitsgemeinschaft Mała Olszynka (Arbeitsgemeinschaft Klein Walddorf). In der zeitgenössischen Presse wurde die bewusste Entscheidung für das Fachwerk gelobt, da es sich harmonisch in die flache Landschaft einfügte – im Stil des sogenannten „Werderstils“. Die Fey-Siedlung wurde auf Grundlage eines bereits vor 1933 entwickelten Konzepts umgesetzt – allerdings von den nationalsozialistischen Behörden offen gefördert und als Vorbild propagiert. Beteiligte Bauleiter und Architekten: Bruno Fey, E. F. Georg Meyer, Karl Deetz,Georg König, Felix Krüger, Hermann Prochnow, Paul Strauch.


Diese schönen Häuser haben dem Lauf der Zeit getrotzt und sind zu einem festen Bestandteil der Landschaft von Olszynka geworden, diesem schönen, aber etwas in Vergessenheit geratenen Stadtteil von Danzig. 1946 verließ Bruno Fey Danzig, und sein Unternehmen ging gemäß Art. 2 Abs. 1 und Abs. 3 des Gesetzes vom 3. Januar 1946 (Gesetzblatt Nr. 3, Pos. 17) in Staatsbesitz über.

Bruno Fey starb im April 1953 in Deutschland.





Die Villa von Bruno Fey – Olszyńska 5.

"...„...Die Villa war jahrzehntelang eine kommunale Einrichtung. Niemand kümmerte sich darum, niemand renovierte sie, und so verfiel sie allmählich und wirkte zunehmend abschreckend. Vor einigen Jahren kauften die Bewohner die Wohnungen und gründeten eine Wohngemeinschaft. Heute leben vier Familien in dem Haus – darunter auch eine über hundertjährige Frau und ihre Tochter. Die Bewohner begannen selbst, Geld für die Renovierung zu sammeln und führen diese – soweit möglich – Schritt für Schritt durch. Bisher konnten die besonders beschädigten Süd- und Westfassaden restauriert werden. Die anderen Seiten warten noch auf ihre Instandsetzung. Trotz der noch nicht vollständigen Renovierung erkennt man bereits, wie viel Arbeit und Geld in das Gebäude investiert wurde. Die Sanierung erfolgte mit Bedacht und unter Aufsicht der Denkmalpflege: Das Haus wurde nicht mit Styropor verkleidet und nicht in grellen Farben gestrichen. Vielmehr wurde großer Wert daraufgelegt, den historischen Charakter und architektonische Details zu erhalten. Ein Beispiel für die Liebe zum Detail: Über dem Eingang hängt heute eine restaurierte Laterne, die von einer Bewohnerin auf dem Dachboden gefunden wurde. Ein fantastisches Beispiel für gelungene Restaurierung. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Den Menschen, die in der Olszyńska 5 wohnen, gebührt großer Respekt und Bewunderung. Es bleibt zu hoffen, dass ihr positives Beispiel andere Bewohner alter Häuser dazu ermutigt, ebenfalls in die richtige Richtung zu handeln.“

Interessante Fakten:
Die Eiche nahe des Eingangs zur Villa wurde vermutlich von den ersten Hausbesitzern gepflanzt. Ein hölzerner Fahnenmast aus Vorkriegszeiten steht noch heute im Straßengarten. "

Textauszug aus dem Forum Wolne Forum Gdańsk"







Zitate und Informationen basieren auf folgenden Werken:
Jagoda Załęska-Kaczko:
„Bezugnahmen auf die Tradition des ländlichen Bauwesens in der Architektur der Freien Stadt Danzig in der Zeit des Nationalsozialismus“
Encyklopedia Gdańska

Siehe auch

Die Geschichte der Paetowstraße
Mitteltrift 23 (Modra 23) Walddorf-Olszynka
Eisenbahnbrücke über die Mottlau
Groß Walddorf: Entwicklung der neuen Siedlung in den Jahren 1920-1930
Eislaufbahn nach Krempitz, Autobahn aus Eis auf der Mottlau
Działki
Flugabwehrbatterien auf Walddorf/a>


Miro